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Die Gay-Liberation erhebt Paul Goodman zu ihrem Leitstern und Vorbild. Goodman war der, der immer zu seinen Neigungen stand, alles riskierend; war der, der über seine Liaisons und Exzesse mit Männern autobiographisch berichtete, sowie über seine schmerzhaften Ablehnungen und Repressionen seitens des Staats, seiner Freunde, und der Avantgard; das in einer Zeit, in der es einem Verbrechen gleichkam, schwul, lesbisch oder Transsexuell zu sein. Wenn man “Paul Goodman” sucht, findet man ihn immer noch stark vertreten auf Gay-Queer-und Homosexuellen Websites. (Nach meinen Recherchen vornehmlich auf websites aus den USA).

Stonewall Gay-Pride - 1971
Stonewall Gay-Pride - 1971 - später Christopher Sreet Day
Gay - cartoon - 1967
Gay - cartoon - 1967
Homosexual in America
Homosexual in America

Vom Times Magazin wird das Thema mit der Headline "Homosexual in America" 1969 aufgemacht. Darin ua. eine Diskussion: "Are Homosexuals Sick"? Man läßt sich darin von Homophilen berichten, die ihre Sexualität versteckt leben und verzweifelt mit sich hadern; Noch in den 60’ger Jahren müssen Publikationen, die mit "schwul- lesbisch-queer Sein" zu tun haben, geheim hinter den Bartheken gehandelt und verbreitet werden. Es gab meist Flyers, auf denen der Ort für eine Party oder ein Treffen kurzfristig bekannt gegeben wurde. Alle Orginalartikel "Homosexual in America" der Times hier: (http://www.time.com/time/magazine/0,9263,7601691031,00.html) Lesenswert!

Ein wichtiger Essay über Erziehung von ihm ist: "The Present Moment in Education". Und 1969 schreibt er: "New Reformation": Notes of a Neolithic Conservative ; und stellt darin die Frage: "Kann Technologie human sein?" Eine umfangreiche Analyse der amerikanischen Gesellschaft und der Jugendrebellion, das 1970 erscheint. Kurzangabe: "The argument in "New Reformation," which is hardly worked out, is that the crisis of the young goes deeper than politics or even moral disaffection. It is a religious crisis generated by the technological dehumanization of American life".

Zurück zu den Werken von Goodman, 1970. Folgende mit politischen Inhalt sind aus dem Jahr bekannt: "On The Massacre At Kent State": a brief reflection on the killing of anti-war protestors by police at Kent State.. und "Mexican Student Massacre", a letter to the editor. Lyrische Schriften vom Sommer sind die: "June and July" a poem.

Im April 1970 stirbt der Gestalttherapeut Fritz Perls und Laura Perls bittet Paul Goodman, eine Rede auf seiner Beerdigung zu halten. Sie fällt nicht durchweg charmant aus, wie einige sich darüber entrüsten; aber der Habitus des Fritz Perls und der des Paul Goodman war der: "ich schrere mich einen Dreck darüber, was andere über mich denken"; So war seine Rede durchaus im Sinne von Fritz Perls.

Ich führe die Writings von 1971 an: Die Rezension: "What Rights Should Children Have?" (Welche Rechte sollen Kinder haben?); aus dem Buch "Childrens Rights".
"On Not Speaking", ein Artikel der die Basis des Buches "Speaking and Languages" bildete; A Defense of Poetry. (Eine Verteidigung der Dichtkunst)
"Attica", Briefe über die Gefanenen Attica’s an diverse Herausgeber von Tageszeitungen.
Der Essay: "The Sweet Style of Ernest Hemingway" an essay on Hemmingway and the "Whorfian hypothesis" that language determines what people can think.
Eines seiner letzten Werke im Jahr 1971 stellt "Speaking and Language", A Defence of Poetry, dar. Darin setzt sich Goodman mit linguistischen Theorien und deren politischen Implikationen (heißt Aussageverbindung aus der Erkenntnistheorie-Logik) auseinander.

1972: Paul Goodman über sein eigenes politisches Denken findet zusammenfassend Ausdruck in den Briefen: "Politics Within Limits", (Politik innerhalb Grenzen).
Ein Poem über das Altern in: "From La Gaya Scienza" - "Aging and Sick", verfasst auf Hawaii.
Und Last but not least "A Matter of Urgency", (Eine dringliche Angelegenheit) Briefe über Die Moral der Sexualität an die Herausgeber von Pox Americana.

Goodman bereitete selbst noch die Ausgabe "Collected Poems" vor und verfaßte den philosophischen Essay "Finite Experience" als Begleittext zur Sammlung seiner "Little Prayers", dem Buch, das kurz nach seinem Tod veröffentlicht wird.

 
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