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timeline 1952 - 1954 (paul ist 41-43 jahre alt)
1952 verabschiedete der Kongreß ein Einwanderungsgesetz, das "sexuell Abartigen" die Einreise ins Land verbot | Bei der ersten Massenimmigration mit dem Flugzeug landen 58.500 Puerto Ricaner in New York City und flüchten vor der starken Armut ihrer Heimat | New Yorks Franklin National Bank stellt die erste Kreditkarte aus |
Bezugnehmend auf das "abartige" Gesetz, das der Kongress 1952 beschloß, empfehle ich diesen Artikel: "Must the Individual Homosexual be Rejected in Our Time?" (http://gigi.x-berg.de/texte/homophile)

In den 50'gern wird Greenwich Village und das angrenzende Chelsea "Little Bohemia" genannt. Man trifft sich in den Cafe's (European-style) um in "frei-geistiger" Atmosphäre über Politik, Kunst und Litratur zu diskutieren. In dem Milieu fühlte sich Goodman wohl. Laut seiner Frau Sally kam er meist nur zum Essen nach Hause. Sein auserwähltes Lieblingscafe war das "San Remo" in der MacDougal /Ecke Bleecker St., von dem er unweit in der 9th Avenue wohnte. In Greenwich trieben sich Beat-Poeten, Musiker, Theaterleute, Schauspieler, Künstler und junge Intellektuelle herum; die Aerea war beliebt bei Homo- Trans - und Metrosexuellen. Einige Treffpunkte waren die "fish-bar", das "Five Spot", the "Artist's Club" und das "San Remo". Hier traf man Frank O'Hara, Larry Rivers, Gore Vidal, Dorothy Day, Miles Davis, Jackson Pollack, James Agee, Jack Kerouac, Allen Ginsberg, und Le Roi Jones. Durch die intellektuellen Künstler-Imigranten aus aller Welt wurde Greenwich ein genial gemischtes Viertel, das unglaublich inspirativ auf alle gewirkt haben muß. Zu gerne hätte ich jetzt eine Zeitmaschine!

Five Spot
Frank O'Hara, Larry Rivers, Grace Hartigan at the Five Spot
Jasper Johns, Merce Cunningham,  John Cage, Robert Rauschenberg
Jasper Johns, Merce Cunningham, John Cage, Robert Rauschenberg

Living Theatre
Living Theatre
Merce Cunningham - Tanz  J. Cage Sound - 3 Variantions
Merce Cunningham - Tanz J. Cage Sound - 3 Variantions

Nach den Kriegskatasthrophen entspannte sich kurzfristig die allgemeine Stimmung in NY und "experimentelle" Künstler gewannen etwas mehr an Akzeptanz in etablierten Zirkeln.

Paul Goodman ist mit dem Komponist und Happeningkünstler John Cage und dem Tänzer Merce Cunningham befreundet. Als Cage, Goodman und Cunningham sich in Hobroken experimentelle Filme ansehen, lernte Paul Julian Beck vom "Living Theatre" kennen, der sie in die "waterfront gay bar" einlud mit der Aufforderung, dort eine spontane Szene als Barkeeper zu spielen. Zwischen ihnen entstand eine produktive Zusammenarbeit, in der Paul Goodman das Stück "childish jokes" für das Living Theatre schrieb. 1951 wurde es zusammen mit Gertrude Stein's "Ladies Voices" in der 789 West End Avenue, der Wohnung von Julian Beck und Judith Malina aufgeführt. Das Living Theatre war Pionier des unkonventionellen poetischen Dramas und sie nannten sich selbst "philosophische Anarchisten". (http://de.wikipedia.org/wiki/The_Living_Theatre). John Cage komponierte 1952 für die Beck's "a Manifesto for Music" für eine Performance, die im Cherry Lane Theater aufgeführt wurde.  (http://de.wikipedia.org/wiki/John_Cage) und ein Film dazu hier:  (http://www.artmuseum.net/w2vr/archives/Kluver/03_Variations.html) .
Der begnadete Tänzer Merce Cunningham 

Paul schreibt die Kurzgeschichten: "Martin, or the work of art", "A martyrology", "Casper's birthday" - galley proofs, "A sailor of the Dolphin", Comic-book adaptation of "The grand piano" - drawings, "The grove of Pittacus" ; um einige zu nennen.....

 
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